ZEHN - Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen
Ernährungsbildung

Ernährungsbildung

Täglich muss jede Person circa 200 Entscheidungen rund um die Ernährung fällen. Mit Ernährungsbildung erhalten Menschen Wissen und Fähigkeiten und sind in der Lage, eigenverantwortliche und kompetente Entscheidungen treffen zu können. Ernährungsbildung ist lebenslanges Lernen.

 


 

Kinder im Garten
© Halfpoint-stockadobe.com

DAS HANDLUNGSFELD

„Ernährungsbildung“ ist eins von fünf Handlungsfeldern der Ernährungsstrategie. Die Ernährungsbildung ist damit ein zentraler Ansatzpunkt, um die gesundheitsfördernde und nachhaltigere Ernährung in Niedersachsen zu stärken.

Die hier aufgeführten, empfohlenen Maßnahmen zeigen dabei verschiedene Wege auf, wie dieses Ziel mit Ernährungsbildung erreicht werden kann. Die Maßnahmen sind thematisch gebündelt. Sie werden hier in gekürzter Form wiedergegeben. Die originale Formulierung ist in „Niedersachsens Ernährungsstrategie“ nachzulesen.

 

Darum geht’s im Handlungsfeld „Ernährungsbildung“

SO WIRD DIE STRATEGIE UMGESETZT

Wie wird die die Ernährungsbildung in unserem Bundesland verbessert? Wer setzt die entsprechenden Empfehlungen der Strategie wo um? Das erfahren Sie in der Datenbank, die alle Aktiven aufzeigt, die Niedersachsens Ernährungsstrategie zum Leben erwecken: Zum Beispiel im Handlungsfeld Ernährungsbildung. 

Sie setzen auch eine der Maßnahmen um? Werden Sie Teil der Datenbank. So profitieren Sie von der zusätzlichen Öffentlichkeitsarbeit des ZEHN im Rahmen der Ernährungsstrategie!

Hier können Sie sich registrieren.

Bild Datenbank Ernährungsstrategie
© Volker Kunkel Fotografie

 

QUALITÄT IN DER ERNÄHRUNGSBILDUNG

Ernährungsbildungsangebote gibt es viele – doch welche sind aktuell, wissenschaftlich fundiert und neutral? „Niedersachsens Ernährungsstrategie“ wirkt darauf hin, die Qualität in der Ernährungsbildung zu sichern. Ernährungsbildung erfolgt niedrigschwellig, zielgruppenorientiert und praxisorientiert.

 

Ein Standard setzt Kriterien, nach dem Ernährungsbildungsangebote auf ihre Qualität geprüft werden können. Die begründete Bewertung erleichtert die Auswahl von fachlich und methodisch-didaktisch hochwertigen Bildungsangeboten für Multiplikator*innen.

 

Die auf ihre Qualität geprüften und bewerteten Materialien zur Ernährungsbildung werden in einer Plattform aufgeführt und bekannter gemacht. Die übersichtliche Darstellung bietet Orientierung bei der Auswahl. Außerdem können Lücken aufgezeigt und die Angebote dementsprechend erweitert werden.

 

Die Erarbeitung und Durchführung von Ernährungsbildungsangeboten sollte wissenschaftlich begleitet werden. So würde von Beginn an eine gute Qualität sichergestellt und notwendige Änderungen für die Zukunft abgeleitet.

Kartoffelernte
©  EduardSV - stock.adobe.com
Familie backt gemeinsam
© Prostock-studio-stockadobe.com
Radieschen
© DanBu.Berlin-stockadobe.com

ERNÄHRUNGS- UND VERBRAUCHERBILDUNG IN KITAS UND SCHULEN

Wie wir uns ernähren wird früh im Lebensverlauf geprägt – und damit auch die Gesundheit. Ernährungs- und Verbraucherbildung muss möglichst frühzeitig ansetzen. Kitas und Schulen sind daher besonders wichtige Lebensräume. Hier werden viele Kinder und Jugendliche erreicht. Mit Ernährungsbildung lernen sie, selbstbestimmte und verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen und dabei Gesundheit und Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. „Niedersachsens Ernährungsstrategie“ setzt sich dafür ein, die Ernährungs- und Verbraucherbildung in Kitas und Schulen zu stärken.

 

Ernährungs- und Verbraucherbildung in Kitas und Schulen sollte als verbindlicher Lerninhalt stärker verankert und deutlicher umgesetzt werden. Es werden geeignete Formate für ganz Niedersachsen entwickelt.

Ernährungs- und Verbraucherbildung wird im Unterricht vermittelt und in der Schulmensa umgesetzt. Ernährungsbildung und Gemeinschaftsverpflegung sollten Hand in Hand gehen.

 

Ernährungs- und Verbraucherbildung sollte noch stärker Teil der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften und pädagogischem Personal in Kitas und Schulen sein. Lehrkräfte und pädagogisches Personal sollten noch mehr Kompetenzen erhalten, um Ernährungs- und Verbraucherbildung fachlich und methodisch-didaktisch fundiert zu vermitteln. Dazu wird empfohlen, den Anteil an ernährungsbezogenen Fachinhalten in der Aus-, Fort- und Weiterbildung zu steigern.

 

Fort- und Weiterbildungsangebote sollten bekannter gemacht werden, damit diese vermehrt in Anspruch genommen werden. Teilnehmende können diese Angebote nach Möglichkeit in ihrer Arbeitszeit absolvieren oder werden dafür freigestellt. Die Inanspruchnahme würde so attraktiver.

 

Ernährungs- und Verbraucherbildung betrifft mehrere Ministerien. Um die Ernährungs- und Verbraucherbildung in Kitas und Schulen zeitnah zu stärken, wird die Einrichtung einer Projektgruppe auf Landesebene befürwortet. Sie wird in 2022 eingeführt.

 

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ist das Kompetenz- und Kommunikationszentrum für Ernährungsfragen in Deutschland und damit auch die zuständige Stelle für den Bereich Ernährungsbildung. Niedersächsische Organisationen wird eine enge Kooperation mit dem Fachreferat empfohlen. So lassen sich vorhandene Materialien und Fortbildungen nutzen und neue Angebote gemeinsam entwickeln.

 

BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung – hat als weltweites Bildungskonzept das Ziel, Schülerinnen und Schüler zu einem selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Handeln zu befähigen. Anerkannte außerschulische Lernstandorte fördern alltagsrelevantes Wissen und praktische Alltagskompetenzen. Dabei muss auch Ernährung eine zentrale Rolle einnehmen. Deshalb werden Angebote mit Fokus auf die Ernährungsbildung ausgeweitet.

 

Gesundheit an Schulen sollten strukturell verbessert werden, z. B. mit Hilfe von Gesundheitsfachkräften oder Zertifikaten. Schulen haben so die Möglichkeit, zu Lebensräumen zu werden, die eine gesundheitsfördernde Umgebung verkörpern. Dafür werden Modellprojekte durchgeführt.

Mutter stillt ihr Kind
© shurkin_son-stockadobe.com
Gartenarbeit_Kinder
© Halfpoint-stock.adobe.com
Familie in der Küche
© JenkoAtaman-stockadobe.com

LEBENSLANGES LERNEN

Ernährungsbildung begleitet uns das ganze Leben lang – von Entscheidungen in der Schwangerschaft für die Mutter und das noch ungeborene Kind bis ins hohe Alter. Ernährungsbildung richtet sich somit an alle Menschen. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, Aspekte der Gesundheit und Nachhaltigkeit in ihrer Ernährung zu berücksichtigen. „Niedersachsens Ernährungsstrategie“ unterstützt lebenslanges Lernen mit Ernährungsbildung.

 

Ernährungsbildungsangebote sollten zunehmend auch eine nachhaltigere Ernährung und Lebensmittelverschwendung in den Blick nehmen. Gesundheit, Soziales, Umwelt und Tierwohl sind dabei wichtige Inhalte.

 

Der Nutri-Score ist eine Lebensmittelkennzeichnung. Seine Deutung und Anwendung wird erklärt und bekannter gemacht. Verbraucher*innen können die Kennzeichnung dann beim Einkauf nutzen, um ihre Entscheidungen zu treffen.

 

Die ersten 1000 Tage eines Kindes sind entscheidend. Ernährungsbildung und eine Verbesserung der Rahmenbedingung (z. B. eine freundliche Stillumgebung) tragen dazu bei, die ersten 1000 Tage stärker in den Blick zu nehmen. Ein Fokus liegt dabei auf der Stillförderung.

 

In der Ernährungsbildung sollte ein besonderes Augenmerk auf vulnerable Zielgruppen gelegt werden. Bildungsprogramme sollten an den Bedürfnissen der Zielgruppen ausgerichtet werden. Das können z. B. Angebote in unterschiedlicher oder in leichter Sprache sein. Insgesamt kann so ein Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit geleistet werden.

 

Die Ernährungsbildung sollte Vielfalt und Akzeptanz für individuell Bedürfnisse, Werte und Vorlieben verkörpern. Das bedeutet auch, dass kulturelle, religiöse oder wertebedingte Aspekte der Ernährung in der Ernährungsbildung aufgegriffen werden sollten.

 

Es werden Projekte gefördert, in denen Menschen unterschiedlicher Esskulturen voneinander über Lebensmittelwertschätzung im Sinne einer gesundheitsfördernden und nachhaltigeren Ernährung lernen können.  

 

Wissen über eine gesundheitsfördernde und nachhaltigere Ernährung sollte in der Öffentlichkeit verbreitet werden. Kreative Formate wie Challenges, digitale Medien oder der Einbezug bekannter Persönlichkeiten können motivieren, eigenes Handeln zu überdenken und zu ändern.