ZEHN - Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen
Gemeinschaftsverpflegung

Gemeinschaftsverpflegung

Ob Mensen in Kitas und Schulen, Betriebskantinen oder das Essensangebot in Krankenhäusern – Die Gemeinschaftsverpflegung ist ein Ort, an dem viele Menschen mit Essen und Trinken versorgt werden. Umso wichtiger ist es, in diesen verschiedenen Lebenswelten ein gesundheitsförderndes und nachhaltigeres Angebot für alle sicherzustellen.

 

 


 

DAS HANDLUNGSFELD

„Gemeinschaftsverpflegung“ ist eins von fünf Handlungsfeldern der Ernährungsstrategie. Die Gemeinschaftsverpflegung ist damit ein zentraler Ansatzpunkt, um die Ernährung in Niedersachsen gesundheitsfördernder und nachhaltiger zu gestalten.

Die hier aufgeführten, empfohlenen Maßnahmen zeigen Wege auf, wie dieses Ziel über eine gute Gemeinschaftsverpflegung erreicht werden kann. Die Maßnahmen sind thematisch gebündelt. Sie werden hier in gekürzter Form wiedergegeben. Die originale Formulierung ist in „Niedersachsens Ernährungsstrategie“ nachzulesen.

Darum geht’s im Handlungsfeld „Gemeinschaftsverpflegung“

SO WERDEN DIE EMPFEHLUNGEN UMGESETZT

Wie wird die niedersächsische Gemeinschaftsverpflegung in der Praxis gesünder und nachhaltiger? Wer setzt die Empfehlungen der Strategie wo um? Das erfahren Sie in der Datenbank, die alle Aktiven aufzeigt, die Niedersachsens Ernährungsstrategie zum Leben erwecken.

Sie setzen auch eine der Maßnahmen um? Werden Sie Teil der Datenbank. So profitieren Sie von der zusätzlichen Öffentlichkeitsarbeit des ZEHN im Rahmen der Ernährungsstrategie!

Hier können Sie sich registrieren.

Bild Datenbank Ernährungsstrategie
© Volker Kunkel Fotografie

 

QUALITÄT IN DER VERPFLEGUNG 

„Niedersachsens Ernährungsstrategie“ setzt sich dafür ein, die Qualität in der Verpflegung flächendeckend zu steigern. Die DGE-Qualitätsstandards stellen dafür die Basis dar. Ziel ist es, allen Menschen in den verschiedenen Einrichtungen eine wohlschmeckende, nährstoffreiche und vollwertige Verpflegung anzubieten. Diese berücksichtigen kulturelle, religiöse und individuelle Bedürfnisse. Die Einrichtungen werden bei der Umsetzung unterstützt. 

 

In Kitas, Schulen und in der Verpflegung mit „Essen auf Rädern“ und in Seniorenernährung sollen die DGE-Qualitätsstandards verbindlich umgesetzt werden. So wird ein qualitativ hochwertiges Verpflegungsangebot sichergestellt.

 

Analog zu den Vernetzungsstellen Kitaverpflegung, Schulverpflegung und Seniorenernährung in Niedersachsen sollten zwei weitere Vernetzungsstellen eingerichtet werden: für Kliniken und für Betriebe. Die neuen Vernetzungsstellen würden die Einrichtungen bei der Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards unterstützen. Analog zu den Vernetzungsstellen Kitaverpflegung, Schulverpflegung und Seniorenernährung in Niedersachsen sollten zwei weitere Vernetzungsstellen eingerichtet werden: für Kliniken und für Betriebe. Die neuen Vernetzungsstellen würden die Einrichtungen bei der Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards unterstützen.  

 

Die Einhaltung der DGE-Qualitätsstandards in den Einrichtungen sollte regelmäßig überprüft werden. So würde sichergestellt werden, dass die darin formulierten Empfehlungen auch angewendet werden.

 

Unterstützungsangebote für die Praxis werden ausgeweitet. So fällt es Einrichtungen leichter, ein gesundheitsförderndes Angebot umzusetzen. Je nach Bedarf können unterschiedliche Angebote und inhaltliche Schwerpunkte gelegt werden wie bspw. Leitfäden, Checklisten oder Workshops.

 

Vorbildhafte Projekte werden öffentlich gezeigt und bekannt gemacht. Erfahrungen und Faktoren, die zum Gelingen beitragen, können ausgetauscht werden. Darüber lassen sich auch andere Einrichtungen motivieren, eine gesundheitsfördernde Verpflegung umzusetzen.

 

 

Für eine gute Verpflegung sind die entsprechenden Infrastrukturen wie Küchen, Ausstattung und Speiseräume erforderlich. „Niedersachsens Ernährungsstrategie“ spricht sich für eine niedersächsische Teilnahme an dem vom WBAE empfohlenen Bundesinvestitionsprogramm „Top Mensa“ aus.

 

Der Erfolg einer qualitativ hochwertigen Schulverpflegung darf nicht durch alternative Angebote von bspw. Verkaufsautomaten, Kiosken oder Cafeterien gefährdet werden. Diese Angebote sollten begrenzt werden.

 

Patient*innen in Kliniken und Senior*innen sollten bei ihrer Aufnahme in eine Einrichtung routinemäßig einem verbindlichen Screening unterzogen werden. Die Analyse der Ernährungssituation würde es ermöglichen, eine Mangelernährung vorzubeugen und bestehende Ernährungsprobleme bedarfsgerecht zu behandeln.

 

 

Hülsenbfrüchte
© Werner-stock.adobe.com
Besteckkasten
© congerdesign-pixabay.com
Essen_Restaurant_Cafe_Menschen
© NDABCREATIVITY-stock.adobe.com

VERPFLEGUNG UND NACHHALTIGKEIT

„Niedersachsens Ernährungsstrategie“ strebt an, das Essen und Trinken in der Gemeinschaftsverpflegung nachhaltiger zu gestalten. Regionale, saisonale, ökologische, tierwohlverträglichere und fair gehandelte Lebensmittel sowie weniger Lebensmittelverschwendung sind dabei wichtige Ansatzpunkte.

40 % der Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung werden als regionale, saisonale, ökologische, tierwohlverträglichere und fair gehandelte Lebensmittel bezogen. Die Gemeinschaftsverpflegung geht als Vorbild voran und greift die steigende Nachfrage der Gesellschaft nach ökologischen Lebensmitteln und artgerechterer Haltung der Tiere auf.

 

Die Einrichtung einer neuen Kompetenzstelle für nachhaltigere Verpflegungsangebote soll geprüft werden. Sie kann Einrichtungen dabei unterstützen, weniger Lebensmittel zu verschwenden und mehr ökologisch, saisonale, regionale, tierwohlverträglichere und faire Lebensmittel einzubinden. Ein Vorbild für die Kompetenzstelle ist das Kopenhagener Madhus.

 

Angebote unterschiedlicher Art – z. B. Workshops, Leitfäden oder Checklisten zu verschiedenen Themen – werden ausgeweitet. Einrichtungen würden damit unterstützt, die Inhalte leicht in der Praxis umzusetzen und mehr Nachhaltigkeit in ihren Betriebsablauf einzubinden.

 

Vorbildhafte Projekte, Ideen und ihre Gelingensfaktoren werden vorgestellt. Erfahrungen können ausgetauscht werden, sodass weitere Einrichtungen diese bei sich aufgreifen.

 

Frühstückstisch
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Snackplatte
© congerdesign_pixabay.com
Beeren
© Wolfgang Ehrecke

ÖFFENTLICHE EINRICHTUNGEN ALS VORBILD

„Niedersachsens Ernährungsstrategie“ setzt sich dafür ein, dass öffentliche Einrichtungen mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, wie sich die Verpflegung gesundheitsfördernder und nachhaltiger gestalten lässt.

Die Kantine des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) ist bereits ein gutes Beispiel. Sie ist mit dem Job&Fit-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ausgezeichnet. Solche Vorbilder werden weiterentwickelt und bekannt gemacht.

Ob Ministerium, Krankenhaus, Hochschule oder Polizeistation: Mindestens 10 öffentliche Einrichtungen führen ein gesundheitsförderndes und nachhaltigeres Verpflegungsangebot ein. Sie setzen die DGE-Qualitätsstandards um. Sie beziehen ökologische, regionale, saisonale und tierwohlgerechtere Lebensmittel in die Speisepläne und beim Veranstaltungscatering ein. Sie verringern die Lebensmittelverschwendung.

 

Wenn öffentliche Landeskantinen ihre Aufträge für die Verpflegung neu vergeben, sollten bei den Ausschreibungen bestimmte Kriterien berücksichtigt werden: Die Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards und mindestens 40 % regionale, saisonale, ökologische, tierwohlverträglichere und fair gehandelte Lebensmittel.

Ernährungsbildung
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Herzapfel
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Besteck mit Puderzucker
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SOZIALE ASPEKTE IN DER VERPFLEGUNG

„Niedersachsens Ernährungsstrategie“ macht sich für eine sozialverträgliche Gemeinschaftsverpflegung stark. Dadurch wird allen Menschen eine gesundheitsfördernde Mahlzeit ermöglicht – ein wichtiger Beitrag zur sozialen und gesundheitlichen Chancengleichheit sowie gegen Ernährungsarmut.

Die Kita- und Schulverpflegung in Niedersachsen beitragsfrei anzubieten wird schrittweise vorangetrieben. Die Kostenübernahme hätte mehrere Vorteile: Kinder und Jugendliche, die von Ernährungsarmut betroffen sind, würden unterstützt, sie würden weniger diskriminiert und stigmatisiert. Demgegenüber würde eine gute Verpflegung sichergestellt werden und die Möglichkeit gegeben werden, Mahlzeiten gemeinsam mit anderen einzunehmen.

„Niedersachsens Ernährungsstrategie“ spricht sich vor diesem Hintergrund dafür aus, sich an dem vom WBAE empfohlenen Bund-Länder Programm zur Einführung dieser Maßnahme zu beteiligen.

 

In Grundschulen mit Bedarf wird im Rahmen eines Modellprojekts erprobt, ein „Notfallfrühstück“ anzubieten. So können Kinder, die ohne Frühstück aus dem Haus gehen, mit einer guten Mahlzeit in den Tag starten. Das „Notfallfrühstück“ trägt zur vollwertigen Ernährung bei und unterstützt die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Kinder.

 

Über ein neues Programm können Kitas Obst und Gemüse kostenfrei beziehen. Es wird mit Ernährungsbildung verbunden. Vorbild ist das EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch.

 

Gemeinsames Essen verbindet. Mit generationsübergreifenden Angeboten sollen unterschiedliche Altersgruppen zusammenkommen, miteinander sprechen, gemeinsam Zeit verbringen und dabei voneinander lernen. Die Gemeinschaftsverpflegung stellt einen guten Rahmen für Ernährungsbildung und Inklusion dar. Der Ausbau dieser Angebote vor Ort sollte beispielhaft erprobt und mit Ansätzen gegen Ernährungsarmut verbunden werden.