ZEHN - Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen
Regionalität und Saisonalität

Regionalität und Saisonalität

Wertschöpfung aus der Region für die Region! Denn: Wo, wann und wie unsere Lebensmittel erzeugt, verarbeitet, verkauft und gegessen werden, ist entscheidend für Wirtschaft, Umwelt und Wertschätzung.


 

Gärtnerin erntet Mangold und Kohl
© Joshua Resnick-stock.adobe.com

DAS HANDLUNGSFELD

„Regionalität und Saisonalität“ ist eins von fünf Handlungsfeldern der Ernährungsstrategie. Regionalität und Saisonalität sind damit zentrale Ansatzpunkte, um die gesundheitsfördernde und nachhaltigere Ernährung in Niedersachsen zu stärken.

Die hier aufgeführten, empfohlenen Maßnahmen zeigen dabei verschiedene Wege auf, wie dieses Ziel mit mehr Regionalität und Saisonalität erreicht werden kann. Die Maßnahmen sind thematisch gebündelt. Sie werden hier in gekürzter Form wiedergegeben. Die originale Formulierung ist in „Niedersachsens Ernährungsstrategie“ nachzulesen.

 Darum geht’s im Handlungsfeld „Regionalität und Saisonalität“

So wird die Strategie umgesetzt

Wie werden die Empfehlungen der Ernährungsstrategie rund um Regionalität und Saisonalität in Niedersachsen umgesetzt?  In einer Datenbank zu Niedersachsens Ernährungsstrategie sind alle Aktivitäten gelistet, die die Strategie zum Leben erwecken. Vielleicht sogar in Ihrer Region?

Sie setzen auch eine der Maßnahmen um? Werden Sie Teil der Datenbank. So profitieren Sie von der zusätzlichen Öffentlichkeitsarbeit des ZEHN im Rahmen der Ernährungsstrategie!

Hier können Sie sich registrieren.

Bild Datenbank Ernährungsstrategie
© Volker Kunkel Fotografie

 

VORTEILE VON REGIONALITÄT UND SAISONALITÄT

Der Begriff „Regionalität“ ist gesetzlich nicht geschützt. Es hängt vom persönlichen Empfinden ab, welche Lebensmittel als „regional“ bewertet werden. Viele Lebensmittel werden auch außerhalb ihrer Saison angeboten. „Niedersachsens Ernährungsstrategie“ zielt darauf ab, die Vorteile regionaler und saisonaler Lebensmittel besser zu vermitteln.

Typische Regionen werden identifiziert und ihre charakteristischen Produkte bekannt gemacht. Die Regionen in Niedersachsen werden übersichtlich dargestellt und inklusive ihrer Kriterien, was diese Region ausmacht, Verbraucher*innen nähergebracht. Sie haben so die Möglichkeit, zu beurteilen, ob sie die Produkte für sich als regional bewerten und können diese dann gezielt kaufen.

 

Regionale Produkte werden klar und allgemein verständlich gekennzeichnet. Erzeuger*innen können auf diese Weise ihre Produkte den Verbraucher*innen näherbringen. Letztere können bei ihrem Lebensmitteleinkauf über die Kennzeichnung gezielt Produkte aus der für sie passenden Region beziehen.

Grünkohl_Artikel
© Pixabay - congerdesign
Heidschnucken
© SwantjeKiss-stockadobe.com
Milch
© Couleur-pixabay.com

REGIONALE STRUKTUREN

Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung finden in einer Region statt. Die dafür erforderlichen Strukturen werden erhalten und ihr Ausbau gefördert. „Niedersachsens Ernährungsstrategie“ stärkt regionale Erzeugungs-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen.

 

Solidarische Landwirtschaft oder Erzeugerorganisationen sind gemeinschaftliche Organisationsformen in der landwirtschaftlichen Erzeugung. Sie werden gefördert, denn dadurch werden kleine und mittelständische Unternehmen sowie nachhaltige Landwirtschaftsformen gestärkt.

 

Von der landwirtschaftlichen Erzeugung über die Verarbeitung, Vermarktung und den Absatz in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung bis hin zum privaten Konsum – der Anteil ökologisch-regionaler Lebensmittel wird in Niedersachsen gestärkt. Der ökologische Landbau in Niedersachsen wird bis 2025 auf 10 %, bis 2030 auf 15 % ausgeweitet.

 

Die Ökomodellregionen werden kontinuierlich weiterentwickelt. Die Einrichtung einer Bio-Stadt in Niedersachsen wird unterstützt. Dadurch wird der ökologische Landbau von der Erzeugung bis zum Konsum in Niedersachen gestärkt.

 

Erzeugung und handwerkliche Verarbeitung sollten wieder räumlich stärker zusammenwachen. Das heißt, dass verarbeitende Betriebe wie Schlachtereien, Molkereien oder Mühlen in ganz Niedersachsen verteilt sein sollten. Dort, wo diese Verarbeitungsstrukturen in einer Region fehlen, wird der Ausbau gefördert. Gleichzeitig soll daran gearbeitet werden, die Handwerksberufe im Lebensmittelbereich attraktiver zu machen.

 

Regionalinitiativen fördern die Wertschöpfung von Lebensmitteln innerhalb einer Region. Sie setzen sich also dafür ein, dass Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung in einer Region stattfinden. Dieser Ansatz wird gefördert, weil die Regionalinitiativen langfristige und stabile Partnerschaften aufbauen.

 

Plattformen können genutzt werden, um Angebot und Nachfrage auszutauschen und Kooperationen einzugehen. Neben bereits bestehenden Plattformen sollen weitere eingerichtet werden, sodass sich bspw. jeweils Erzeugung und Handwerk, Gastronomie oder Gemeinschaftsverpflegung finden.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, regionale Lebensmittel zu kaufen: bspw. direkt im Hofladen, in Solidarischen Landwirtschaften oder bei Marktschwärmereien. Die unterschiedlichen Angebote werden bekannter gemacht und ihre Ausweitung unterstützt.

 

Damit eine Regionalvermarktung für Landwirt*innen attraktiver wird, wird für interessierte Erzeuger*innen ein Informationsangebot bereitgestellt.

Einkauf auf dem Markt
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Hängende Salamis
© RoyBuri_pixabay.com
Spargelernte
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REGIONALE UND SAISONALE ERNÄHRUNG

Am Ende der Wertschöpfungskette steht der Konsum. Verbraucher*innen sollten mehr regionale und saisonale Lebensmittel verzehren. Sie bringen den Lebensmitteln, aber auch der damit verbundenen Arbeit und den eingesetzten Ressourcen Wertschätzung entgegen. „Niedersachsens Ernährungsstrategie“ gestaltet regionale und saisonale Ernährung lebensnah und erlebbar.

Wer „regional“ sagt, muss „saisonal“ denken: Menschen werden darüber aufgeklärt, wie Regionalität und Saisonalität bei Lebensmitteln in Verbindung stehen und welche Auswirkungen dieses Zusammenspiel auf die Umwelt hat. Mit diesem Wissen können sie ihre Ernährungsweise dann dementsprechend ausrichten.

 

Menschen sollten stärker über die positiven Effekte von ökologischen Lebensmitteln aus der Region aufgeklärt werden. So können sie ihre Kaufentscheidung vor diesem Hintergrund ausrichten.

 

Orte der Lebensmittelerzeugung werden zu Begegnungsstätten – das können landwirtschaftliche Höfe, öffentliche Gärten oder die Streuobstwiese im Dorf sein. Erzeuger*innen und Verbraucher*innen können in den Dialog kommen, denn: Kontakt schafft Verständnis. Indem die Land- und Ernährungswirtschaft greifbar wird, wird Transparenz erzeugt und Akzeptanz gefördert.

 

Urban Gardening und Urban Farming sind Lern- und Mitmachorte. Gemeinschaftsgärten in der Stadt werden ausgeweitet. Sie vermitteln praktisches Wissen rund um Ernährung, Gärtnern und Landwirtschaft. Auch sind Projekte denkbar, die zur Inklusion, zum Umweltschutz oder zu einer nachhaltigen Stadtplanung beitragen. Im Rahmen einer Essbaren Stadt in Niedersachsen werden vorbildhafte Modellprojekte gefördert, die allen Bürger*innen öffentlich zur Verfügung stehen.

 

Regionalität und Esskulturen aus anderen Ländern schließen sich nicht aus. Aufklärungsangebote und Projekte zeigen, wie vielfältige Esskulturen mit Gegebenheiten vor Ort realisierbar sind.